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Praxisforum Ärztliche Versorgung

Ärztliche Versorgung auf dem Land

25. Januar 2012, Friedrichsdorf-Köppern

Das zweite Praxisforum des Kompetenznetzes Vitale Orte 2020 fand am 25. Januar 2012 im Forum Friedrichsdorf in Friedrichsdorf-Köppern statt. Der Hessische Wirtschaftsminister und der Hessische Sozialminister hatten dazu eingeladen. 

 

Derzeit verfügt Hessen über eine gute ärztliche Versorgung sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich. Aber wie steht es in Zukunft um die ärztliche Versorgung auf dem Land? Es wird erwartet, dass zukünftig weniger Menschen, dafür aber mehr ältere Menschen auf dem Land leben. Ältere Menschen müssen in der Regel intensiver ärztlich betreut werden als jüngere und sind mit zunehmendem Alter auch weniger mobil. Insgesamt wird mit einer steigenden Nachfrage nach ärztlicher Versorgung zu rechnen sein, die auch auf dem Land gut erreichbar sein muss.


Zugleich werden auch die Ärzte älter und viele geben aus Altersgründen ihre Praxis auf. Nicht immer wird sie von einem Nachfolger übernommen. Daher muss schon heute überlegt werden, wie mehr Patienten auch von weniger Ärzten versorgt werden können. Neue Lösungsansätze und Ideen sind gefragt.


Die Hessische Landesregierung setzt sich dafür ein, dass die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft ein gutes und bedarfsgerechtes Angebot in erreichbarer Nähe vorfinden. Die Strategie des Landes basiert auf dem vor kurzem geschlossenen „Hessischen Pakt zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung für die Jahre 2012 bis 2014“.


Auf dem Praxisforum „Ärztliche Versorgung auf dem Land“ am 25. Januar 2012 im Forum Friedrichsdorf stellten Staatsminister Dieter Posch und Staatsminister Stefan Grüttner die planerischen Strategien des Landes und den Pakt zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung vor.


Darüber hinaus wurden Fördermöglichkeiten präsentiert und anhand von Beispielen aus der Praxis demonstriert, welche Ansätze es bereits heute gibt, die ärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern. Ferner diskutierten Vertreter der Landesressorts und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen über die erforderlichen Rahmenbedingungen. Auch der Erfahrungsaustausch der Teilnehmer kam nicht zu kurz. Die Veranstaltung richtete sich an die hessischen Kommunen und Landkreise, die hessischen Regionalforen sowie Vertreter des Gesundheitswesens.

Downloads der Präsentationen

Das Beispiel Werra-Meißner-Kreis:
Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum - Ein Masterplan kann helfen
Stefan G. Reuß, Landrat des Werra-Meißner-Kreises

Ambulante Versorgung in Hessen heute und morgen
Dr. Gerd W. ZImmermann, stellv. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen

Fördermöglichkeiten des Hessischen Sozialministeriums
Jörg Osmers, Hessisches Sozialministerium

Förderung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum
Ulrich Lohrmann, Beratungszentrum der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen

Medizin (er)leben im Vogelsbergkreis
Rudolf Marx, Landrat des Vogelsbergkreises

Hausarztzentrum
Dr. Birgit Richtberg, Bürgermeisterin der Stadt Romrod

Verbundweiterbildung für Hausärzte im Main-Kinzig-Kreis
Dr. Willi Heinrich, Dr. Wolfgang Hahn
(Eine Präsentation liegt zu diesem Beitrag leider nicht vor).

Medizinisches Clustermanagement als Chance der Versorgungssicherstellung
Prof. Dr. G.-André Banat MBA, stellv. ärztlicher Direktor Gesundheitszentrum Wetterau

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Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen haben detaillierte Analysen zum Thema Ärztemangel im Internet veröffentlicht. Anhand ausgewählter Indikatoren wird für jeden hessischen Landkreis die aktuelle hausärztliche Grund-Versorgungssituation detailliert aufgezeigt. Die Publikationen können als Download abgerufen werden.
 

Innovative Gesundheitsmodelle (InGe)
Hausärzte und Patienten werden immer älter, und die Zahl (älterer) Patienten mit hohem Versorgungsbedarf steigt. Andererseits möchten immer mehr junge Ärztinnen und Ärzte neben der Patientenversorgung ausreichend Zeit für Familie und Freizeit haben. In vielen Regionen ist die flächendeckende gesundheitliche Versorgung heute schon bedroht. Um die Gesundheits- versorgung langfristig zu sichern, sind daher innovative Ideen gefragt!
Deutschlandweit gibt es schon viele erfolgreiche Modelle, die meist auf Zusammenschlüssen, Kooperationen und einer Vernetzung von Akteuren beruhen. Gute regionale Lösungen beziehen nicht nur unterschiedliche Professionen, sondern neben der medizinischen Versorgung häufig auch die Bereiche Prävention, Pflege und Soziales (z.B. Wohnen, Mobilität, etc.) im Sinne eines umfassenden Gesundheitsbegriffs mit ein.
Das Projekt "Innovative Gesundheitsmodelle" (InGe) möchte wichtige Modelle, Ansätze, Anregungen und Ideen bekannt und für andere Regionen nutzbar machen.

Koordination und Integration in einer Gesellschaft des längeren Lebens
Sondergutachten 2009 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen

 

 

 

 

Quelle Fotos oben: HA Hessen Agentur GmbH
Quelle Foto Skateboarder: © Marc Darkin / fotolia.com