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Leerstand

Hier finden Sie Informationen zu den Grundlagen der Erfassung von Baulücken und Leerstand sowie Anregungen zur Wiedernutzung leer stehender Gebäude

Eine unübersehbare Folge der demografischen Veränderungen ist der Leerstand von Gebäuden. Nicht nur Bauernhöfe oder landwirtschaftliche Gebäude, auch Wohnhäuser – sogar häufig in der Ortsmitte – sind betroffen. Steht ein Haus erst seit kurzem leer, so fällt das nicht auf. Mit der Zeit wird es jedoch unansehnlich und schadet dem Ortsbild. 
Doch das muss nicht so sein. Viele Potentiale in Ihrem Ort können für eine positive Gestaltung genutzt werden. 

Instrumente und Verfahren

Hessische Flächenmanagement-Datenbank für Ihre Kommune

Für Innenentwicklung ist "Platz da". Das Land Hessen stellt den Kommunen kostenfrei die Hessische Flächenmanagement-Datenbank zur Verfügung. Damit können innerörtliche Potenzialflächen erfasst und verwaltet werden. Sie bietet Unterstützung bei der Eigentümeransprache und der Vorbereitung einer Grundstücksbörse im Internet. Weilrod, Lauterbach und die Interkommunale Kooperation Nordwaldeck haben die Datenbank bereits erfolgreich getestet. 

Ansprechpartner:
Zuständiges Amt für Bodenmanagement

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Bereitstellung von Geobasisdaten

Geobasisdaten sind landschafts- und liegenschaftsbeschreibende Daten, die durch die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) flächendeckend für ganz Hessen bereitgestellt werden. Diese Daten setzen sich zusammen aus dem
- Amtlichen Liegenschaftskataster (ALKIS®) und dem
- Amtlichen topographisch-kartographischen Informationssystem (ATKIS®)

>> Geodaten online - Shopkomponente zum Erwerb von Geobasisdaten
>> Weitere Informationen zu ALKIS und ATKIS

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Geodateninfrastruktur

Eine Geodateninfrastruktur (GDI) soll den fachübergreifenden Zugang zu allen verfügbaren Geodaten, die derzeit häufig noch getrennt bei einzelnen Instituten vorliegen, ermöglichen. Die GDI ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Gemeinden, die auch in Hessen derzeit aufgebaut wird. Sie umfasst folgende Anwendungen:
Geoportal Hessen - zentraler Zugang
Externer Geodatenkatalog – Recherchewerkzeug, Metainformationssystem 
Geodaten online - Shopkomponente zum Erwerb von Geobasisdaten

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Flurneuordnung in Hessen

Mit Hilfe von Flurbereinigungsverfahren kann der Grundbesitz außerhalb und innerhalb der bebauten Ortslagen in ländlichen Siedlungen neu geordnet werden. Außerdem ist es möglich, Maßnahmen der Dorferneuerung zu realisieren. Mit einer Dorfflurbereinigung oder Ortsregulierung können Flächen für Verkehrs- und Grünanlagen, für die Arrondierung und Erweiterung von Hofstellen und für Verbesserung der rückwärtigen Erschließung bereitgestellt werden. Es können günstigere Grundstücksformen für die Durchführung von baulichen Maßnahmen, die Sicherung einer ortsgerechten Bebauung, die Aktivierung von Bauland und die Schließung von Baulücken geschaffen werden. Auf den Grundstücken lastende Rechte können entflochten oder entbehrlich gemacht und baurechtswidrige Verhältnisse beseitigt werden. Grunderwerbssteuer und Grundbuchbereinigungskosten fallen nicht an.
Flurbereinigungsverfahren werden von den Flurbereinigungsbehörden angeordnet.

Für die Flurneuordnung ist in Hessen die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) zuständig. Auf der Website der HVBG und den dortigen downloads finden Sie weitere Informationen über die Flurneuordnung.

Die zuständigen Ämter für Bodenmanagement finden Sie hier.

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Baulandumlegung

Das Baugesetzbuch ermöglicht es den Gemeinden, zur Erschließung oder Neugestaltung von Gebieten bebaute und unbebaute Grundstücke durch Umlegung oder vereinfachte Umlegung in der Weise neu zu ordnen, dass nach Lage, Form und Größe zweckmäßig gestaltete Grundstücke entstehen. Die Umlegung kann sowohl im Geltungsbereich eines Bebauungsplans oder auch innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils durchgeführt werden. Innerhalb bebauter Ortslagen können Umlegungsverfahren genutzt werden, um Bauland zu mobilisieren, ungünstige Grundstückszuschnitte zu beseitigen, eine ökologisch vertretbare Nachverdichtung zu ermöglichen und Erschließungsprobleme zu lösen. Grunderwerbssteuer und Grundbuchbereinigungskosten fallen nicht an.
Die Gemeinde kann ihre Befugnis zur Durchführung der Umlegung auf die Flurbereinigungsbehörde oder eine andere geeignete Behörde für das Gemeindegebiet oder Teile des Gemeindegebiets übertragen.

>> weitere Hinweise zur Baulandumlegung

Die zuständigen Ämter für Bodenmanagement finden Sie hier.

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Erfahrungen, Publikationen

Katalog möglicher Instrumente zur Mobilisierung innerstädtischer Baulandpotenziale, unter besonderer Berücksichtigung verwahrloster Immobilien
Landkreis Hersfeld-Rotenburg, 2013
Der Umgang mit leer stehenden Häusern stellt eine große Herausforderung für
Gemeinden dar. Der Katalog stellt Instrumente des allgemeinen und besonderen
Städtebaurechts vor, die zur Mobilisierung von Bauland einsetzbar sind und die
einen Beitrag zum Umgang mit verwahrlosten Immobilien leisten können. Er wurde im Rahmen des Projekts „Regionale Daseinsvorsorge“ im Landkreis Hersfeld-Rotenburg erarbeitet.

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Regionale Schrumpfung gestalten
Handlungsspielräume zur langfristigen Sicherung
gesellschaftlicher Teilhabe schaffen und nutzen
Patrick Küpper, Annett Steinführer, Steffen Ortwein, Moritz Kirchesch
Institut für ländliche Räume, Johann Heinrich von Thünen-Institut, 2013

Die Studie stützt sich auf drei Workshops, in denen 40 Experten aus Wissenschaft und Praxis die Probleme, Chancen, und Gestaltungsoptionen regionaler Schrumpfung diskutierten. Im Vordergrund stehen die Themen Leerstand und Innenentwicklung, Versorgung und Mobilität sowie regionale Wirtschaft und Arbeit. Als Ergebnis werden neun Handlungsempfehlungen gegeben, die es schrumpfenden Regionen ermöglichen sollen, neue Wege zu gehen und zu experimentieren, um regional angepasste Lösungen zu finden. Ergänzend zu den Handlungsempfehlungen benennt die Studie Adressaten, Förderansätze, Beispiele und weitere Informationsquellen. Zudem will die Studie der Diskussion über das Thema Regionale Schrumpfung einen neuen Anstoß geben.

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Leerstand von Wohngebäuden in ländlichen Räumen
Beispiele ausgewählter Gemeinden der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), 2011
Leerstand ist eine Folge des demografischen Wandels in dünn besiedelten, ländlich geprägten Regionen. Für die Gemeinden stellen sich foglende Fragen: In welchem Umfang kommt es zu Leerständen? Welche Auswirkungen hat dies auf das Erscheinungsbild der Dörfer? Welche Möglichkeiten bestehen für die Kommunen, das Land und Immobilieninstitutionen, in diesem Bereich planerische, politische und finanzielle Hilfen zu geben?
Die Pilotstudie zeigt Möglichkeiten und Wege zur Behandlung des Leerstands von Wohnimmobilien im ländlichen Raum auf. Hierzu werden Methoden der Erfassung und Prognose von Leerständen anhand von drei Fallbeispielen demonstriert. Informelle, finanzielle und rechtliche Instrumente, die für die Wertentwicklung und Verwertbarkeit von Wohnimmobilien im ländlichen Raum geeignet sein können, werden vorgestellt.

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Leitfaden zum Einsatz von Rechtsinstrumenten beim Umgang mit verwahrlosten Immobilien ("Schrottimmobilien")

Der Leitfaden beinhaltet Fallkonstellationen von verwahrlosten Immobilien und beschreibt den Einsatz hoheitlicher Instrumente beim Umgang mit diesen Immobilien. Darüber hinaus werden flankierende Instrumente und Strategien benannt sowie Fallbeispiele dokumentiert.

Der Leitfaden ist ein Projekt des Forschungsprogramms "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für  Bauwesen und Raumordnung (BBR), 2009.

 

 

 

 

Quelle Foto Skateboarder: © Marc Darkin / fotolia.com